DER BÜRGERMEISTER DER GEMEINDE OBERAUDORF

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

nach einem Jahr Amtszeit will ich mich persönlich bei Ihnen melden. Zunächst ist es Zeit für ein großes Dankeschön meinerseits. Ich möchte mich von ganzem Herzen dafür bedanken, dass Sie mir vor einem Jahr das Vertrauen ausgesprochen haben und mich zum Bürgermeister von Oberaudorf gewählt haben. Es ist eine große Ehre und Tag für Tag eine große Freude als Bürgermeister für die Gemeinde Oberaudorf tätig zu sein!

Mein erstes Amtsjahr war anfänglich geprägt von vielen Umstellungen in der Gemeindeverwaltung. Wichtige Positionen wie die des Geschäftsleiters, des Bürgerbüroleiters sowie des Kämmerers und des stellvertretenden Kämmerers, mussten neu besetzt werden. Ich habe mich damals entschieden, diese Stellen mit verdientem und erprobtem Personal zu besetzen, das über eine große Verwurzelung im Dorf verfügt, oder aber langjährige Kenntnis über unsere Gemeinde hat. Bis heute habe ich diese Entscheidung nicht bereut, im Gegenteil. Die Verwaltung ist aufgrund der Corona-Situation und der vielen aktuellen Aufgaben sehr eingespannt. Ich kann sagen, dass alle Mitarbeiter dieser Situation mit viel Fleiß und guter Stimmung begegnen. Dies ist wichtig, da ein Bürgermeister nur mit einer funktionierenden Verwaltung arbeitsfähig ist. Von daher geht ein großer Dank an meinen gesamten Mitarbeiterstab. Vielen Dank für Euren Einsatz und Euer Engagement für die Gemeinde Oberaudorf.  

Der neue Gemeinderat hat natürlich einen großen Anteil daran, dass die vorher beschriebene Anzahl an Aufgaben für die Verwaltung nicht gerade gering ist. Dies meine ich ausdrücklich im positiven Sinne. In meinem ersten Amtsjahr hat der Gemeinderat 134 Beschlüsse gefasst. Dies ist eine ordentliche Anzahl, wenn man es mit dem Schnitt der Vorjahre von ca. 60 Beschlüssen vergleicht. Neben Beschlüssen die eher alltäglicher Natur sind, hat der Rat aber auch einige wegweisende Beschlüsse gefasst. Ich möchte hier z.B. die Ortserhaltungssatzungen, den Grundsatzbeschluss zur Nahversorgung am Geschwendtnerfeld, den Beschluss zum Ausbau des Kindergartens am Standort „Alte Schule“ Niederaudorf anstatt eines Neubaus am Heimfeld und den Aufstellungsbeschluss für ein allgemeines Wohngebiet am Heimfeld nennen. Mir ist bewusst, dass die Anzahl an Entscheidungen für den Gemeinderat eine gewisse Herausforderung darstellt. Alle Gemeinderätinnen und Gemeinderäte haben in diesem ersten Jahr einen beachtlichen Zeitaufwand für ihr Ehrenamt aufbringen müssen. Das letzte Jahr war geprägt von vielen langen Sitzungen und Sondersitzungen. Ich möchte dem Gemeinderat an dieser Stelle für seinen Einsatz und die gute Zusammenarbeit danken und auch dafür, dass wir auch in strittigen Themen immer zu einem guten Ergebnis gekommen sind.

Was mich aber besonders freut ist, dass es neben den genannten institutionellen Stellen auch ein überwältigendes Engagement in der Bürgerschaft gibt. Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger arbeiten unermüdlich daran, in der Gemeinde etwas vorwärts zu bringen. So haben viele regelmäßigen Treffen mit dem Tourismusförderverein und dem Bund der Selbstständigen stattgefunden. In diesen Treffen arbeiten wir daran, Potentiale in Oberaudorf besser zu nutzen und Investitionen in unsere Gemeinde richtig zu setzen. Viele von Ihnen haben sich auf meinen Aufruf gemeldet, Themen in den neuen Ausschuss zur Dorfentwicklung einzubringen. Hier gingen viele Vorschläge ein, die wir umsetzen wollen und die wir unbedingt im Ausschuss behandeln werden. Die Dorfvereine stehen auch in der Corona – Krise immer bereit und so können schnell Lösungen in Hinblick z.B. auf die Terminierung der Maibaumaufstellung, der Ausgestaltung der Vereinsräume in der „Alten Schule“ Niederaudorf, die Zugänglichkeit des Kloster Reisach etc. gefunden werden.

Zudem gehen viele Aktionen z.B. vom historischen Verein, den Musikfilmtagen, den Frauengemeinschaften, der Bürgerhilfe, der Bücherei, unseren unermüdlichen Referenten und vielen anderen aus, die ich hier in Gänze gar nicht aufzählen kann. Ich möchte mich aber bei jedem Verein und jedem engagierten Bürger für seinen Einsatz um die Gemeinde bedanken. Ihr seid es die Oberaudorf zu dem machen, was wir schätzen und lieben.   

Zudem muss ich sagen, dass wir in Oberaudorf ein großes Alleinstellungsmerkmal im Umgang miteinander haben. Natürlich kommen aus dem Rathaus bisweilen auch Entscheidungen, die nicht populär sind, ich erwähne hier nur die Erhöhung der Kindergartengebühren; die Reaktionen, egal ob auf persönlicher Basis oder aber auch in Internet, sind allerdings immer konstruktiv gehalten. Dafür mein aufrichtiges Dankeschön.

Es gibt natürlich auch Themen bei denen ich gerne weiter wäre. So ist es bisher zwar gelungen, für das Kloster Reisach eine Betretungserlaubnis für den Klosterhof zu erlangen, aber nicht für das Gebäude an sich. Beim Brenner Basistunnel Nordzulauf ist es gelungen, die Problematik einer Verknüpfungsstelle in Kirnstein, in der Bayerischen Staatsregierung als Problem zu etablieren und v.a. auch ein Gutachten für eine unterirdische Verknüpfungsstelle zu veranlassen, allerdings ist die Gefahr einer Umsetzung mit negativen Auswirkungen für unsere Gemeinde noch nicht gebannt. Diese und andere Themen müssen mit Geduld, aber auch mit einer klaren Konsequenz angegangen werden und dies werde ich auch tun und hoffe hier im Laufe der Zeit die richtigen Weichen für unser Dorf stellen zu können.

Zum Abschluss ist es mir aber nochmals wichtig zu betonen, dass in einer Gemeinde Entwicklung nur im Zusammenspiel zwischen Bürgermeister, Gemeinderat, Verwaltung und gerade auch dem Bürger stattfinden kann und soll. Nach einem Jahr kann ich sagen, dass ich hier für Oberaudorf eine sehr gute Zukunft sehe. Es wird sich in den nächsten Jahren einiges in Oberaudorf tun. Bei all diesen Entwicklungen hoffe ich, mit Ihnen im Dialog bleiben zu können. Dies ist aufgrund von Corona natürlich nicht so leicht. Der direkte Draht fehlt hier bisweilen. Von daher möchte ich betonen, dass meine Tür immer offen für Sie steht. In Oberaudorf gibt es keine Bürgersprechstunde. Aus gutem Grund. Ich möchte meine Ansprechbarkeit nicht auf eine oder wenige Stunden in der Woche für Sie limitieren. Vielleicht läge die Bürgersprechstunde für viele auch einfach ungünstig und würde einen Kontakt verunmöglichen.  Meine Tür steht für Sie immer offen, wenn Sie Fragen, Kritik, Anregungen haben, vereinbaren Sie gerne einen Termin und wir sprechen darüber. 

Viele Grüße aus dem Rathaus und bleiben Sie gesund!

Ihr,

Matthias Bernhardt
Erster Bürgermeister